Überspringen und weiter zum Hauptinhalt
Blog

E-Procurement: Was ist die elektronische Beschaffung?

Author Tobias S.
Tobias S.Sr. Demand & Content Marketing Manager
Zusammenfassung18 Min. Lesezeit

E-Procurement einfach erklärt: Definition, Prozesse und Vorteile der elektronischen Beschaffung

Inhaltsverzeichnis

women discussing electronic signatures and NDAs

E-Procurement einfach erklärt: Definition, Prozesse und Vorteile der elektronischen Beschaffung

Die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen ist für Unternehmen ein kritischer Erfolgsfaktor. Doch viele Einkaufsprozesse sind noch immer von manuellen Abläufen, Medienbrüchen und fehlender Transparenz geprägt. E-Procurement bietet hier digitale Lösungen, die von der Bedarfsermittlung bis zur Rechnungsprüfung reichen.

Die Herausforderungen sind vielfältig: Verpasste Fristen führen zu Lieferengpässen, manuelle Bestellprozesse verursachen hohe Kosten und fehlende Datentransparenz erschwert strategische Entscheidungen im Einkauf. Hinzu kommt, dass traditionelle Beschaffungsmethoden oft nicht mehr mit den Anforderungen an Compliance, Nachhaltigkeit und Geschwindigkeit vereinbar sind, die moderne Märkte stellen.

Elektronische Beschaffung – kurz E-Procurement – digitalisiert diese Prozesse durchgängig und schafft so Effizienz, Kostentransparenz und bessere Kontrolle. Durch die Integration von Beschaffungssystemen mit ERP-Lösungen und modernen Vertragsmanagement-Plattformen können Unternehmen nicht nur operative Abläufe optimieren, sondern auch strategische Vorteile im Lieferantenmanagement realisieren.

Was ist E-Procurement? Definition der elektronischen Beschaffung

E-Procurement bezeichnet die elektronische Abwicklung von Beschaffungsprozessen über digitale Systeme und Plattformen. Der Begriff „Electronic Procurement" umfasst dabei alle Schritte von der Bedarfsermittlung über die Lieferantenauswahl bis zur Rechnungsprüfung. Im Unterschied zum klassischen Einkauf, der oft auf Papier, Telefon und E-Mail basiert, erfolgt die digitale Beschaffung medienbruchfrei über integrierte Softwarelösungen.

Die E-Procurement-Definition lässt sich präziser fassen: Es handelt sich um die Nutzung internetbasierter Technologien zur Automatisierung und Optimierung von Einkaufsprozessen im B2B-Bereich. Dies umfasst sowohl die operative Bestellung als auch strategische Elemente wie Lieferantenbewertung, Vertragsmanagement und Ausgabenanalyse. E-Procurement einfach erklärt bedeutet: Alles, was früher per Fax, Telefon oder Post abgewickelt wurde, läuft nun digital, strukturiert und nachvollziehbar ab.

Die elektronische Beschaffung unterscheidet sich vom reinen E-Commerce für Endverbraucher:innen durch komplexere Freigabe-Workflows, tiefe ERP-Integration und umfangreiche Compliance-Anforderungen. Während B2C-Online-Shops auf einfache, schnelle Transaktionen ausgelegt sind, müssen E-Procurement-Systeme mehrstufige Genehmigungsprozesse, Budgetkontrollen und Lieferantenverträge abbilden. Zudem spielen Faktoren wie Rahmenvereinbarungen, Mindestabnahmemengen und Zahlungsziele eine zentrale Rolle.

Wie funktioniert E-Procurement? Die wichtigsten Prozessschritte

Der elektronische Beschaffungsprozess gliedert sich in fünf zentrale Phasen, die nahtlos ineinander greifen. Diese End-to-End-Digitalisierung unterscheidet moderne E-Procurement-Systeme von Insellösungen, die nur einzelne Schritte abdecken.

Phase 1: Bedarfsermittlung und Bestellanforderung (BANF)

Der Prozess beginnt mit der digitalen Erfassung des Bedarfs durch Fachabteilungen. Mitarbeiter:innen erstellen eine Bestellanforderung (BANF) im System, die Details zu Produkt, Menge, Liefertermin und Budget enthält. Moderne Procurement-Systeme prüfen automatisch, ob der Bedarf bereits durch Lagerbestände gedeckt werden kann oder ob eine externe Beschaffung notwendig ist.

Phase 2: Lieferantenauswahl und Angebotsprüfung

E-Procurement-Plattformen unterstützen die systematische Lieferantensuche anhand definierter Kriterien wie Preis, Qualität, Lieferzeit und Zertifizierungen. Katalogbasierte Systeme ermöglichen den direkten Vergleich von Artikeln verschiedener Anbieter:innen, während bei komplexeren Beschaffungen E-Sourcing-Prozesse für elektronische Ausschreibungen zum Einsatz kommen. Die Angebotsbewertung erfolgt transparent und nachvollziehbar im System.

Phase 3: Bestellung und Auftragsbestätigung

Nach interner Freigabe wird die Bestellung elektronisch an Lieferant:innen übermittelt – entweder über EDI (Electronic Data Interchange), Online-Shops oder E-Procurement-Plattformen. Der Datenaustausch erfolgt standardisiert, was Fehler durch manuelle Übertragung eliminiert. Lieferant:innen bestätigen den Auftrag digital, sodass beide Seiten jederzeit den Bestellstatus einsehen können.

Phase 4: Wareneingang und Rechnungsabgleich

Bei Lieferung wird der Wareneingang im System erfasst und automatisch mit der ursprünglichen Bestellung abgeglichen (3-Wege-Abgleich: Bestellung, Lieferung, Rechnung). Dieser Prozess stellt sicher, dass nur tatsächlich gelieferte Waren bezahlt werden.

Tipp: Elektronische Signaturen ermöglichen dabei die rechtssichere Bestätigung von Lieferscheinen und Abnahmeprotokollen ohne Medienbrüche.

Phase 5: Rechnungsprüfung und Zahlung

Elektronische Rechnungen werden automatisch gegen Bestellung und Wareneingang geprüft. Bei Übereinstimmung erfolgt die Freigabe zur Zahlung – bei Abweichungen wird der Klärungsprozess digital gesteuert. E-Procurement-Systeme integrieren sich hier mit Finanzbuchhaltungssystemen, sodass die Zahlungsabwicklung durchgängig digital erfolgt und alle Transaktionen revisionssicher dokumentiert sind.

Welche Vorteile bietet E-Procurement für Unternehmen?

Die Vorteile von E-Procurement gehen weit über die reine Prozessautomatisierung hinaus und schaffen messbare Mehrwerte in verschiedenen Dimensionen. Unternehmen, die elektronische Beschaffung einsetzen, profitieren von strategischen und operativen Verbesserungen.

Kosteneinsparung durch Prozessautomatisierung

In der Praxis zeigen Unternehmen, dass die Kosten pro Bestellvorgang durch E-Procurement um 30-50% sinken können. Manuelle Tätigkeiten wie Datenerfassung, Rechnungsprüfung und Lieferantenkorrespondenz entfallen weitgehend. Zusätzlich ermöglicht die Bündelung von Bedarfen und transparente Preisvergleiche bessere Einkaufskonditionen. Geringere Kosten entstehen auch durch weniger Fehler: Automatische Validierungen verhindern Falschbestellungen, Doppelbuchungen und Budgetüberschreitungen.

Effizienzsteigerung und schnellere Durchlaufzeiten

Wo früher Bestellungen Tage oder Wochen für Genehmigungen und Bearbeitung benötigten, ermöglichen digitale Workflows eine Beschleunigung auf Stunden. Automatisierte Freigabeprozesse basierend auf Budgetgrenzen und Berechtigungen reduzieren Wartezeiten drastisch. Standardbestellungen für C-Teile (Verbrauchsmaterialien) können vollständig automatisiert werden, sodass sich Einkaufsteams auf strategisch wichtige Beschaffungen konzentrieren können.

Transparenz und verbesserte Kontrolle

E-Procurement-Systeme schaffen Echtzeit-Transparenz über alle laufenden Bestellungen, offene Posten und Ausgaben. Dashboards zeigen auf einen Blick, wo Budgets ausgeschöpft sind oder welche Lieferant:innen Liefertermine überschreiten. Diese verbesserte Transparenz ermöglicht datenbasierte Entscheidungen im strategischen Einkauf – von der Lieferantenbewertung bis zur Bedarfsprognose.

Compliance und Audit-Sicherheit

Automatische Workflows stellen sicher, dass alle Beschaffungsvorgänge definierten Regeln folgen: Vier-Augen-Prinzip bei Großbestellungen, Einhaltung von Vergaberichtlinien oder Prüfung gegen Sanktionslisten. Jeder Prozessschritt wird digital dokumentiert, was revisionssichere Audit-Trails für Compliance-Nachweise schafft. Dies ist besonders relevant für regulierte Branchen und öffentliche Auftraggeber:innen, die strengen Dokumentationspflichten unterliegen.

Bessere Lieferantenbeziehungen

Der elektronische Datenaustausch reduziert Missverständnisse und beschleunigt die Kommunikation. Lieferant:innen erhalten klare, strukturierte Bestellinformationen und können ihrerseits Lieferstatus und Rechnungen digital übermitteln. Lieferantenportale ermöglichen zudem Collaborative Procurement – die gemeinsame Planung von Bedarfen, Kapazitäten und Lieferterminen. Dies führt zu stabileren Partnerschaften und besserer Versorgungssicherheit.

Welche E-Procurement-Systeme gibt es? Technologien im Überblick

Die technologische Landschaft im E-Procurement ist vielfältig und reicht von integrierten ERP-Modulen bis zu spezialisierten Plattformlösungen. Das Verständnis der verschiedenen Systemtypen hilft Unternehmen, die passende E-Procurement-Software für ihre Anforderungen auszuwählen.

ERP-Integration als Kernelement

Enterprise-Resource-Planning-Systeme bilden oft das technologische Rückgrat der elektronischen Beschaffung. Procurement-Module in ERP-Systemen verknüpfen Einkauf mit Lagerhaltung, Finanzbuchhaltung und Produktionsplanung. Diese Integration ermöglicht durchgängige Datenflüsse: Eine Bestellung löst automatisch Buchungen aus, Wareneingänge aktualisieren Lagerbestände, und Rechnungen werden mit Budgets abgeglichen. Die Herausforderung liegt in der Komplexität solcher Systeme – sie erfordern sorgfältige Konfiguration und Change Management.

EDI – Standardisierter elektronischer Datenaustausch

Electronic Data Interchange (EDI) ermöglicht den automatisierten Austausch strukturierter Geschäftsdokumente zwischen Systemen verschiedener Unternehmen. Standards wie EDIFACT oder ANSI X12 definieren einheitliche Formate für Bestellungen, Auftragsbestätigungen, Lieferscheine und Rechnungen. EDI ist besonders im Handel und in der Industrie verbreitet, wo hohe Transaktionsvolumina einen manuellen Datenaustausch unwirtschaftlich machen. Der Aufbau von EDI-Verbindungen erfordert jedoch technische Expertise und Abstimmung zwischen Handelspartner:innen.

E-Procurement-Plattformen: Buy-Side, Sell-Side, Marketplace

Spezialisierte E-Procurement-Lösungen lassen sich in drei Kategorien einteilen: Buy-Side-Systeme werden vom einkaufenden Unternehmen betrieben und binden Lieferant:innen an. Sell-Side-Systeme sind Plattformen der Anbieter:innen, über die Kund:innen bestellen. Marketplace-Lösungen fungieren als neutrale Intermediäre zwischen vielen Einkäufer:innen und Lieferant:innen. Die Wahl hängt von Marktmacht, Lieferantenstruktur und gewünschtem Automatisierungsgrad ab.

Digitale Signaturlösungen für rechtssichere Prozesse

Elektronische Signaturen sind ein kritischer Baustein für papierloses E-Procurement. Sie ermöglichen die rechtssichere Unterzeichnung von Bestellungen, Verträgen, Lieferscheinen und Abnahmeprotokollen ohne Medienbrüche. Dies beschleunigt nicht nur Prozesse, sondern schafft auch rechtliche Sicherheit bei Audits und Streitfällen.

Blockchain und Smart Contracts als Zukunftstechnologie

Blockchain-Technologie bietet Potenziale für transparente, manipulationssichere Lieferketten und automatisierte Vertragsabwicklung durch Smart Contracts. Diese selbstausführenden Verträge können Zahlungen automatisch auslösen, sobald definierte Bedingungen erfüllt sind – etwa die bestätigte Lieferung einer Ware. Während die Technologie noch nicht flächendeckend im Einsatz ist, erproben Vorreiterunternehmen bereits Blockchain-basierte Procurement-Lösungen für erhöhte Transparenz und Prozessautomatisierung.

Anwendungsbereiche: Wo wird E-Procurement eingesetzt?

E-Procurement findet in verschiedenen Kontexten Anwendung, wobei die Systemanforderungen je nach Einsatzbereich variieren. Die elektronische Beschaffung ist keine Universallösung, sondern muss auf spezifische Beschaffungssituationen zugeschnitten werden.

B2B-Handel als Hauptanwendungsfeld

Der Kern des E-Procurement liegt im Geschäftskundenbereich (B2B), nicht im Endverbrauchergeschäft. Unternehmen beschaffen über elektronische Systeme Produktionsmaterialien, IT-Ausstattung, Dienstleistungen und Verbrauchsgüter. Die Komplexität reicht von einfachen Katalogbestellungen für Büromaterial bis zu mehrstufigen Ausschreibungen für Großprojekte. Procurement-Systems müssen dabei individuelle Preisvereinbarungen, Rahmenverträge und spezifische Lieferbedingungen abbilden können.

Öffentliche Beschaffung und E-Vergabe

Öffentliche Auftraggeber:innen unterliegen besonderen Transparenz- und Wettbewerbsanforderungen. E-Vergabe-Plattformen ermöglichen elektronische Ausschreibungen, bei denen Anbieter:innen ihre Angebote digital einreichen und Vergabeentscheidungen nachvollziehbar dokumentiert werden. Die EU-Vergaberichtlinien fordern zunehmend die elektronische Abwicklung öffentlicher Beschaffung, was den Einsatz spezialisierter E-Procurement-Lösungen für Behörden und staatsnahe Organisationen vorantreibt.

Direkte Materialien in der Produktion

Produktionsunternehmen beschaffen über E-Procurement-Systeme Rohmaterialien, Komponenten und Halbfertigprodukte, die direkt in die Fertigung eingehen. Hier sind enge Verzahnungen mit Produktionsplanungssystemen erforderlich, um Just-in-Time-Lieferungen zu koordinieren und Engpässe zu vermeiden. Die Anforderungen an Qualitätssicherung, Lieferantenzertifizierung und Rückverfolgbarkeit sind in diesem Bereich besonders hoch.

Indirekte Materialien und C-Teile-Management

C-Teile – Verbrauchsmaterialien mit geringem Einzelwert, aber hoher Beschaffungsfrequenz – verursachen überproportional hohe Prozesskosten, wenn sie manuell beschafft werden. E-Procurement-Lösungen für MRO-Güter (Maintenance, Repair, Operations) nutzen elektronische Kataloge und Online-Shops, um Bestellungen zu standardisieren und zu automatisieren. Punch-Out-Kataloge ermöglichen dabei den direkten Zugriff auf Lieferantenportale aus dem eigenen E-Procurement-System heraus, sodass aktuelle Verfügbarkeiten und Preise in Echtzeit abgerufen werden können.

E-Procurement erfolgreich einführen: Strategien und Best Practices

Die Einführung eines E-Procurement-Systems ist ein komplexes Change-Projekt, das technische, organisatorische und kulturelle Herausforderungen vereint. Erfolgreiche Implementierungen folgen strukturierten Vorgehensweisen und adressieren häufige Stolpersteine proaktiv.

Change Management und Nutzer:innen-Akzeptanz

Der häufigste Grund für gescheiterte E-Procurement-Projekte ist mangelnde Akzeptanz bei den Anwender:innen. Einkäufer:innen, Bedarfsträger:innen und Lieferant:innen müssen frühzeitig eingebunden werden, um Bedenken zu adressieren und den Mehrwert des neuen Systems zu vermitteln. Schulungen sollten nicht nur technische Bedienung, sondern auch veränderte Prozesse und neue Verantwortlichkeiten umfassen. Quick Wins – schnell sichtbare Verbesserungen wie verkürzte Freigabezeiten – helfen, Momentum aufzubauen.

Herausforderungen bei der Einführung

Trotz der zahlreichen Vorteile sollten Unternehmen auch die Herausforderungen und Nachteile von E-Procurement realistisch einschätzen. Hohe Anfangsinvestitionen für Software, Integration und Schulungen können besonders für mittelständische Unternehmen eine Hürde darstellen. Zudem erfordert die Einbindung von Lieferant:innen Überzeugungsarbeit und technische Unterstützung, da nicht alle Partner:innen über die notwendige digitale Infrastruktur verfügen. Die Abhängigkeit von IT-Systemen erhöht auch Risiken durch Systemausfälle oder Cyberangriffe, weshalb Backup-Strategien und Sicherheitskonzepte unverzichtbar sind.

Systemintegration als kritischer Erfolgsfaktor

E-Procurement-Lösungen entfalten ihren vollen Nutzen nur durch nahtlose Integration mit bestehenden Systemen. Schnittstellen zu ERP-Systemen, Finanzbuchhaltung, Lagerverwaltung und Lieferantenportalen müssen sorgfältig geplant und getestet werden. Geschlossene Systeme ohne flexible Integrationsmöglichkeiten schaffen neue Datensilos statt durchgängiger Prozesse. Ein modularer Ansatz – beginnend mit Pilotbereichen und schrittweiser Erweiterung – reduziert Komplexität und Risiken.

Vertragsmanagement als unterschätztes Element

Ein oft übersehener Aspekt bei der Einführung von E-Procurement ist die Verwaltung der zugrundeliegenden Verträge. Während Bestellprozesse digitalisiert werden, bleiben Lieferantenverträge, Rahmenvereinbarungen und Service-Level-Agreements häufig in dezentralen Systemen oder in Papierform. Docusign Intelligent Agreement Management ermöglicht es Unternehmen, alle beschaffungsrelevanten Verträge zentral zu verwalten, Fristen automatisch zu überwachen und Compliance-Risiken zu minimieren .

Die Integration eines Vertragsmanagement-Systems in die E-Procurement-Infrastruktur stellt sicher, dass Bestellungen immer auf Basis aktueller Vertragskonditionen erfolgen – von der automatischen Preisprüfung über die Einhaltung von Mindestabnahmemengen bis zur Berücksichtigung von Zahlungszielen. Dies schafft nicht nur operative Effizienz, sondern minimiert auch rechtliche Risiken durch veraltete oder übersehene Vertragsklauseln.

Digitale Lösungen strategisch einsetzen

Die Auswahl der E-Procurement-Software sollte sich an strategischen Zielen orientieren, nicht an Funktionsumfängen. Unternehmen müssen definieren, ob sie primär Kosten senken, Prozessgeschwindigkeit erhöhen, Compliance verbessern oder Lieferantenbeziehungen stärken wollen. Daraus leiten sich unterschiedliche Systemanforderungen ab. Ein kritischer Punkt ist die Balance zwischen Standardisierung und Flexibilität: Zu starre Prozesse hemmen notwendige Ausnahmen, zu viele Freiheitsgrade untergraben Effizienzgewinne.

Fazit: E-Procurement als strategischer Wettbewerbsvorteil

E-Procurement ist mehr als die digitale Abbildung bestehender Einkaufsprozesse – es ist ein strategischer Hebel zur Steigerung von Effizienz, Transparenz und Wettbewerbsfähigkeit. Unternehmen, die elektronische Beschaffung erfolgreich implementieren, reduzieren nicht nur Kosten und Durchlaufzeiten, sondern schaffen auch die Grundlage für datenbasierte Entscheidungen im strategischen Einkauf.

Die Integration von E-Procurement-Systemen mit modernen Vertragsmanagement-Lösungen schließt die letzte Lücke in der End-to-End-Digitalisierung von Beschaffungsprozessen. Erfahren Sie mehr darüber, wie Sie Beschaffungsprozesse digital optimieren und welche Vorteile eine durchgängige Automatisierung für Ihr Unternehmen bietet.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Begriffe sind mit E-Procurement verknüpft?

E-Procurement wird auch als elektronische Beschaffung, eProcurement oder Electronic Procurement bezeichnet. Eng verwandte Begriffe sind E-Sourcing (elektronische Lieferantensuche und -auswahl), E-Ordering (elektronische Bestellung), E-Invoicing (elektronische Rechnungsstellung) und Procurement-Software. Im deutschen Sprachraum sind auch Begriffe wie digitaler Einkauf, elektronisches Beschaffungsmanagement oder E-Vergabe (im öffentlichen Sektor) gebräuchlich. Diese Begriffe überschneiden sich teilweise, wobei E-Procurement als Oberbegriff den gesamten Beschaffungsprozess umfasst.

Was ist der Unterschied zwischen Buy-Side, Sell-side und Marketplace im E-Procurement?

Buy-Side-Systeme werden vom einkaufenden Unternehmen betrieben und binden Lieferant:innen an die eigene Plattform. Sell-Side-Systeme sind Verkaufsplattformen der Anbieter:innen, über die Kund:innen bestellen. Marketplace-Lösungen fungieren als neutrale Vermittler zwischen vielen Einkäufer:innen und Lieferant:innen, ähnlich wie B2B-Handelsplattformen.

Welche Kosten entstehen bei der Einführung von E-Procurement?

Die Kosten variieren je nach Systemtyp und Unternehmensgröße. Lizenzgebühren für E-Procurement-Software, Implementierungskosten für Customizing und Integration sowie Schulungsaufwände sind die Hauptkostentreiber. Cloud-basierte Lösungen reduzieren Infrastrukturkosten, erfordern aber laufende Subscription-Gebühren. Der Return on Investment stellt sich in der Praxis typischerweise nach 12-24 Monaten ein.

Wie unterscheiden sich offene und geschlossene E-Procurement-Systeme?

Geschlossene Systeme funktionieren nur zwischen vorab definierten Handelspartner:innen, etwa über EDI-Verbindungen oder proprietäre Plattformen. Offene Systeme ermöglichen die Anbindung beliebiger Lieferant:innen über Standardschnittstellen oder webbasierte Kataloge. Die Wahl hängt von der Lieferantenstruktur ab: Bei wenigen strategischen Partner:innen eignen sich geschlossene Systeme, bei breiter Lieferantenbasis sind offene Lösungen flexibler.

Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz im E-Procurement?

KI-Anwendungen im E-Procurement umfassen automatische Kategorisierung von Ausgaben (Spend Analysis), prädiktive Bedarfsplanung, Anomalieerkennung bei Rechnungen und intelligente Lieferantenempfehlungen. Chatbots unterstützen Mitarbeiter:innen bei der Bestellung, während Machine-Learning-Algorithmen Vertragsklauseln analysieren und Risiken identifizieren. Diese Technologien befinden sich noch im Aufbau, werden aber zunehmend in E-Procurement-Software integriert.

Ist E-Procurement auch für kleine und mittelständische Unternehmen geeignet?

Absolut. Während früher komplexe, teure ERP-Systeme notwendig waren, bieten heute auch Cloud-basierte E-Procurement-Lösungen für KMU Einstiegsmöglichkeiten mit überschaubarem Invest. Der Fokus liegt oft auf der Automatisierung von C-Teile-Beschaffung und der digitalen Freigabe von Bestellungen. Bereits diese Basisdigitalisierung schafft spürbare Effizienzgewinne und ist skalierbar, wenn das Unternehmen wächst.

Author Tobias S.
Tobias S.Sr. Demand & Content Marketing Manager
Weitere Beiträge dieses Autors

Ähnliche Beiträge

  • Einblicke für Führungskräfte

    Was ist ein dynamisches Beschaffungssystem?

    Author Tobias S.
    Tobias S.
    Procurement Docusign

Docusign IAM ist die Vertragsplattform, die Ihr Unternehmen braucht

Jetzt kostenlos startenDocusign IAM entdecken
Person smiling while presenting